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Sturzprophylaxe und Bewegung

Mit steigendem Alter nehmen Risikofaktoren für Stürze zu. Dazu gehören verringerte Muskelkraft, Sehschwäche, Schlafprobleme und Tagesmüdigkeit und Schwindel. Zusätzlich beeinflussen äußere Faktoren das Sturzrisiko: schlechte Beleuchtung, Stolperfallen, eine neue Brille oder eine ungewohnte Umgebung. Und auch bestimmte Medikamente erhöhen die Gefahr zu stürzen, etwa Mittel gegen Bluthochdruck, zur Beruhigung und zum Schlafen. Daneben sind Angst, Unruhe sowie ein gestörter Gleichgewichtssinn bedeutsame Sturz-Risikofaktoren. Hinzu kommt: Mit zunehmendem Alter können Gefahren nicht mehr so gut eingeschätzt werden, da Wahrnehmung und Aufmerksamkeit mehr und mehr beeinträchtigt sind.

Mögliche Folgen von Stürzen sind zum Beispiel Wunden, Prellungen oder Knochenbrüche. Nach schweren Verletzungen wie einem Oberschenkelhalsbruch steigt auch der Hilfebedarf oder es droht gar die Pflegebedürftigkeit. Schlimmstenfalls können die Folgen eines Sturzes sogar zum Tod führen.

Ein Sturz kann verunsichern und Angst auslösen, erneut hinzufallen. Wird deswegen Bewegung vermieden, schwinden Muskelkraft und Gleichgewichtssinn. Damit steigt wiederum das Sturzrisiko -ein Teufelskreislauf. Zudem kann die eingeschränkte Beweglichkeit die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, wenn zum Beispiel dadurch soziale Kontakte und manche Alltagstätigkeiten wegfallen.

Viele Risikofaktoren für Stürze wie beispielsweise fehlende Muskelkraft, eingeschränkte Beweglichkeit oder ein vermindertes Gleichgewicht werden durch mangelnde Bewegung verstärkt. Daher ist es wichtig, möglichst mobil zu bleiben. Das beginnt bereits im Haushalt. Auch wenn gut gemeinte Hilfsangebote existieren, sollten möglichst viele Aufgaben selbstständig erledigt werden. Zum einen bleiben Fähigkeiten, die im Alltag immer wieder durchgeführt werden, länger erhalten. Wäschewaschen, Staubwischen und ähnliches sind wichtige Bewegungseinheiten, die die Leistungsfähigkeit fördern. Darüber hinaus vermittelt das tägliche Erledigen von Haushaltsaufgaben das Gefühl der Selbstständigkeit: Man ist in der Lage, für sich zu sorgen, und steht mit beiden Füßen fest im Leben.

Wie oben bereits erwähnt, ist auch das soziale Umfeld wichtig. Persönliche Kontakte und der Austausch mit Familie, Freunden und Bekannten ist essenziell für das seelische Wohlbefinden. Um Beziehungen zu pflegen ist Mobilität eine Voraussetzung. Gleichzeitig bietet gerade die Bewegung einen willkommenen Anlass, um sich mit Menschen zu treffen. Sei es der Spaziergang im Park oder ein Bewegungsprogramm der Krankenkassen oder anderer Einrichtungen. Regelmäßige gemeinsame Aktivitäten stärken die Bindungen und schaffen eine Routine, in der sowohl das Soziale als auch die Bewegung im Vordergrund stehen. Dadurch wird die Bewegung keine Pflicht, sondern eine Bereicherung.